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Wärmebildkamera |
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Im Jänner des Jahres 2003 wurde auf Ansuchen der Feuerwehr Eben von den Gemeinden und Feuerwehren der Region Achental eine Wärmebildkamera für den Feuerwehrabschnitt Achental gekauft. Viele in den vergangenen Jahren absolvierte Einsätze durch die Feuerwehren der Region haben gezeigt, dass eine rasch verfügbare Kamera eine Notwendigkeit darstellt, um schnelle und effiziente Hilfe für die Menschen der Region zu gewährleisten. Die Möglichkeiten, mittels der Wärmebildkamera „durch den Rauch zu sehen“, erleichtert die Orientierung, beschleunigt die Suche nach Personen und erlaubt eine effiziente Brandbekämpfung in den unterschiedlichsten Bereichen.
Grundprinzip der Wärmebildkamera Das Grundprinzip einer Wärmebildkamera gleicht dem einer digitalen Videokamera. Sie erfasst Strahlung im Infrarotbereich, welche von Menschen zwar gefühlt, jedoch nicht gesehen werden kann.
Diese Strahlung bzw. Temperatursignale werden nun an die Wärmebildkamera übertragen und auf einem Monitor dargestellt. Da alle Gegenstände und Körper – Lebewesen genauso wie tote Materie – Wärmestrahlen ständig aussenden, entsteht somit auf dem Bildschirm des Gerätes ein Abbild der Umgebung.
Die Wärmebildkamera ist in der Lage, Temperaturunterschiede in der Umgebung von bis zu 0,05 °C zu unterscheiden. Diese feinen Unterscheide werden am Bildschirm in verschiedenen Grautönen dargestellt, wobei die heißesten Stellen (=größte Wärmeabstrahlung) immer hell, die kühleren Bereiche dunkel bis schwarz dargestellt werden.
Neben dem Vorteil, dass Wärmebilder auch in völliger Dunkelheit erzeugt werden, werden Wärmestrahlen, im Gegensatz zu Lichtwellen, von Brandrauch nicht in ihrer Ausbreitung gehindert. Man kann also auch „durch den Rauch sehen“.
Anwendung · Primär erleichtert und beschleunigt die Wärmebildkamera den Atemschutztrupps in verrauchten Gebäuden die Orientierung. · Gleichzeitig wird die Suche nach Personen vereinfacht, da durch die unterschiedlichen Temperaturen eines menschlichen Körpers und seiner Umgebung sehr klare Bilder erkennbar sind. · Bei komplizierten Brandstellen hinter Verschalungen oder in Zwischendecken kann das Öffnen der Wände zum bekämpfen des Brandes auf kleine Bereiche reduziert werden, wenn diese mittels Wärmebild lokalisiert wurden.
Nicht zuletzt hat die Wärmebildkamera weitere Einsatzgebiete: · Beschleunigung von Nachlöscharbeiten bei gezielter Suche nach Glutnestern · Zur Waldbrandbekämpfung, um aus der Luft mittels Hubschrauber gezielt die Löscharbeiten auf die „heißesten Bereiche“ zu lenken · Aufspüren von überhitzten Teilen einer Anlage · Auffinden von Lecks bei Rohrleitungen · Feststellung von Füllständen von (gefährlichen) Behältnissen · usw. usw.
Schulung Die Schulung für die Verwendung der Wärmebildkamera in Gefahrensituationen und die Besonderheiten sowie Grenzen dieser Technik wurde durch die Landesfeuerwehrschule Telfs in theoretischen und praktischen Beispielen durchgeführt.
EinsatzHier sind einige Beispiele wo die WBK zum Einsatz kam:
· Im März 03 ereignete sich in der Nacht ein Verkehrsunfall in Achenkirch im Bereich des Achenseetunnels, wo der Fahrer des Unfallfahrzeuges spurlos verschwunden war. Aufgrund des Unfallherganges musste von den ersteintreffenden Einsatzkräften des Roten Kreuzes und der Gendarmerie davon ausgegangen werden, dass der Unfalllenker im Schockzustand im angrenzenden Wald umherirrt bzw. verletzt sich dort befindet. Zur Personensuche wurde die Feuerwehr Eben nachalarmiert. Es wurde hierfür zusätzlich die Drehleiter auf volle Länge ausgefahren um mit der Wärmebildkamera eine größtmögliche Fläche auf Personen bzw. Wärmequellen abzusuchen.
· Am 30.September wurde die Feuerwehr Eben zum Brand des „Bauernladl“ in der Hinterriss/Eng gerufen, um die dort bereits im Einsatz befindlichen Feuerwehren von Achenkirch, Achental sowie Lenggries zu unterstützen. Mit der Wärmbildkamera wurde im Anschluss an die Löscharbeiten nach Brandnestern hinter den Verschalungen gesucht. Es hat sich wieder einmal herausgestellt, dass der Einsatz dieses Gerätes sehr effizientes Arbeiten ermöglicht.
· Am 1.Oktober ereignete sich ein weiterer Unfall auf der B181 im Bereich der Kanzelkehre. Da es vorerst unklar war, ob sich außer der Unfalllenkerin nicht vielleicht noch ein weiterer Insasse im Fahrzeug befand, wurde die Wärmebildkamera zu Hilfe genommen, um dies definitiv abzuklären (Such nach einem ‚Wärmeabdruck’ auf dem Beifahrersitz).
· Am 26.Dezember wurde die Feuerwehr Eben zu einem LKW-Brand in Pertisau gerufen. Mit der Wärmebildkamera wurde das Fahrzeug auf Glutnester im Motorraum untersucht, um sicherzustellen, dass das Fahrzeug beim Transport in die Werkstatt nach Innsbruck nicht neuerlich aufflammt.
· Am 30.Dezember wurde die Feuerwehr Eben zu einem Wohnungsbrand gerufen. Mit der Wärmebildkamera wurde der bereits durch die Hausbewohnerin gelöschte Brand auf übrige Glutnester unter anderem hinter der Verschalung sowie dem darüber liegendem Dachboden untersucht.
Dies und weitere Beispiele haben bereits jetzt gezeigt, dass die Anschaffung dieser Wärmebildkamera eine sinnvolle Bereicherung für die Sicherheit unserer Bevölkerung sowie für die Minimierung von Schäden an Hab und Gut darstellt.
LM Paulitsch Daniel, Gruppenkommandant
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Freiwillige Feuerwehr Eben am Achensee |

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